Zentralgebäude Leuphana Universität – Lüneburg

Zentralgebäude Leuphana Universität – Lüneburg

Leistungsphasen 6 - 9:

METZGER Freiraumplanung für Karres en Brands Landscape Architekture & arbos Freiraumplanung

Zentralgebäude Leuphana Universität – Lüneburg

Zentralgebäude Leuphana Universität – Lüneburg

Leistungsphasen 6 - 9:

METZGER Freiraumplanung für Karres en Brands Landscape Architekture & arbos Freiraumplanung

Zentralgebäude Leuphana Universität – Lüneburg

Gestaltung der Freianlagen um das neu entstandene Zentralgebäude und Anbindung an die bestehenden Campusflächen des Universitätsgeländes. Das Bauvorhaben gliedert sich in die drei Bauabschnitte: Umfeld des Zentralgebäudes, Fahrradstellflächen und Begrünung sowie die Schaffung eines neuen Zuganges zum Campus am Gebäude 16.

BauherrStiftung Universität Lüneburg Stabstelle Campusentwicklung
Leistungsphasen 1 – 4Karres en Brands Landscape Architekture Niederlande
Leistungsphase 5arbos Freiraumplanung
Leistungsphasen 6 – 9METZGER Freiraumplanung für arbos Freiraumplanung
Bauzeit2016 – 2017
Bausumme2.200.000,- €

Die Leuphana Universität Lüneburg hat 2006 beschlossen, sich neu auszurichten und den Campus umfassend und nachhaltig zu entwickeln.
Das übergeordnete Ziel der Neuausrichtung besteht darin, einen Ort zu schaffen, an dem sich Studieren, Forschen und Leben optimal miteinander verbinden lassen. Der erste Schritt in Richtung Neuausrichtung wurde mit dem von Daniel Libeskind entworfenen Zentralgebäude sowie dem Masterplan mit der Gliederung des Campus in spannungsreiche Achsen, den sogenannten 4 Bars. unternommen.

Karres en Brands ging als Sieger des ausgelobten Wettbewerbes hervor, der zur Aufgabe hatte diese vier Bars näher auszuformulieren und ein Gesamtkonzept für die Neuordnung des Campus zu skizzieren. Gleichzeitig war es Aufgabe des Wettbewerbes, die Außenanlagen des direkten Umfelds des neuen Zentralgebäudes zu gestalten.

Das Gelände weist erhebliche Höhenunterschiede auf, es steigt von der Ostseite in Westrichtung um nahezu 4m an.

Freianlagengestaltung des ersten, zweiten und dritten Bauabschnittes

Von dem vorliegenden Masterplan wurden und werden nun die ersten drei Bauabschnitte realisiert – die Freianlagengestaltung der direkten Umgebung um das Zentralgebäude, die Fahrradstellflächen und die Begrünung sowie die Schaffung eines neuen Zuganges zum Campus am Gebäude 16.

Bar A verbindet als eine der vier Hauptachsen die bestehenden Hörsaalgebäude mit dem Zentralgebäude und dem Zugang an der Uelzener Straße. Die bis zu 30m breite Achse wird durchgängig als Platz gestaltet. Die beiden Haupteingänge des Zentralgebäudes sind ebenfalls über Bar A erschlossen. Bar A ist der wichtigste und somit gestalterisch hochwertigste Bereich der neu gestalteten Flächen, was sich in der Materialwahl und Ausstattung spiegelt. Die Gestaltung von Bar A soll einen angemessenen Rahmen für das Zentralgebäude bieten, in funktionaler Hinsicht eine selbstverständliche Wegeführung aufweisen und mit seiner hohen Aufenthaltsqualität zum Verweilen einladen.

Im Bereich des Zentralgebäudes ist das 30m lange und 5m breite Pflanzbeet das gestalterische Hauptelement. Es erstreckt sich aus Richtung des bestehenden Hörsaalgebäudes kommend aus Westen und schiebt sich förmlich aus der Platzfläche entlang des Bar A.

Eine großzügige Treppenanlage südlich des Pflanzbeetes lässt deutlich den Höhenunterschied des Geländes erkennen. Sie erschließt den Terrassenbereich der Cafeteria und Bar B von Westen. Der Bereich nördlich des Pflanzbeetes weist einen sanfteren Verlauf des Höhenunterschiedes auf. In die Stufen integrierte Rampen machen den Campus auch für Rollstuhlbenutzer und Kinderwagen gut zugänglich.

Im Bereich des Haupteinganges zum Auditorium überbrücken 3 Stufen von jeweils 12 cm Höhe den bestehenden Höhenunterschied. Der Eingangsbereich wird durch eine behindertengerechte Rampe begleitet durch Handläufe zugänglich gemacht.

Die Platzfläche des Bar A wird durch die Pflanzung einer Gruppe von 4 Bäumen aufgelockert. Ein Pflanzbeet im Eingangsbereich an der Uelzener Straße sorgt für einen freundlichen Empfang.

Die Beleuchtung des Bar A schließt an das Beleuchtungskonzept des gesamten Universitätsgeländes an. Das Konzept sieht vor, dass die Beleuchtung möglichst zurückhaltend ausformuliert wird. Beleuchtungsbänder im Boden arbeiten den Höhenunterschied in Bar A heraus und schaffen eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Nördlich an Bar A angrenzend, ist eine Fläche als Fahrradstellplatz für ca. 170 Fahrräder entstanden.

In der Verlängerung des Bar A im Westen befindet sich die Vorfahrt für das Zentralgebäude und erschließt das Gelände von der Uelzener Straße kommend. Diese ist als asphaltierte Mischfläche konzipiert, auf der alle Verkehrsteilnehmer Zugang von der Uelzener Straße zum Campus erhalten. Busse und (Sammel-) Taxen können Besucher direkt vor dem Haupteingang aussteigen lassen.

Der Bereich nördlich der Vorfahrt, zwischen Gebäude 16 und Uelzener Straße wird muldenförmig ausgeformt und dient als Versickerungsfläche für Fassadenwasser. Hier wird das Dach- und Fassadenwasser des Zentralgebäudes über eine belebte Bodenschicht versickert. Eine Stützmauer aus Betonfertigelementen überbrückt den Höhenunterschied zwischen dem bestehenden Gebäude und der Versickerungsmulde. Nördlich der Mulde entsteht ein zusätzlicher, neugestalteter und behindertengerecht ausformulierter Zugang zwischen den Gebäuden 15 und 16 von der Universitätsallee zum Campusgelände.

Eine zweite Achse innerhalb des Campusgeländes ist der Bar B.

Dieser erstreckt sich zwischen dem Gebäude des Vamos und Bar A, westlich des Zentralgebäudes. Bar B hat im Vergleich zu Bar A einen grüneren Charakter und fungiert vor allem als Aufenthaltsbereich. Der Höhenunterschied im Gelände wird in diesem Bereich durch eine Böschung am Westrand aufgefangen. Die kantige Ausformung der Böschungsunterkante markiert gleichzeitig die Bewegungsfläche der Feuerwehr.

Ein 3,20m breiter Weg aus großformatigen hellgrauen Betonplatten entlang der Fassade des Studierendenzentrums erschließt den Südeingang der Cafeteria und stellt eine funktionelle Verbindung zum Müllstandort im Bereich der Lieferantenzone her. Die Platten haben unterschiedliche Formate, mit einer Maximalgröße von 2x2m. Sie werden als Fertigteile aus glattem Sichtbeton produziert. Die Verlegerichtung ist senkrecht auf das Zentralgebäude orientiert. Im Bereich des Weges werden die Platten mit einer Fugenbreite von 1cm verlegt. An der westlichen Seite erweitert sich der Weg unregelmäßig und formt Terrassenflächen. Einzelne Flächen aus großformatigen Betonplatten in der Rasenfläche dienen ebenfalls als  Terrassenflächen. Die Fugen zwischen den Platten sind dort 20cm breit. Zusätzlich wird eine Wegeverbindung in westliche Richtung geplant. Hier werden die Platten ebenso mit 20cm breiten Fugen verlegt.

In den Bereichen, die durch die Feuerwehr befahren werden, sind die Grünflächen in Bar B als Schottermagerrasen ausgebildet.

Die Beleuchtung des Plattenweges parallel zur Fassade sowie des Fußweg in Ost-West Richtung erfolgt mittels Pollerleuchten. Außer der Funktion als Beleuchtungselement markieren die Leuchten nebenbei auch noch die Bewegungsflächen für die Feuerwehr.

Für die Anlieferung des Zentralgebäudes wird ein für Schwerlastverkehr befahrbarer Weg um das Auditorium mit Rangier- und Aufstellflächen angelegt. Anlieferbedarf besteht zum einen für den täglichen Gebrauch des Gebäudes für die Cafeteria, Umzüge, Müllabfuhr, etc. Zum anderen muss die Andienung des Auditoriums gewährleistet werden.

Die Zufahrt erfolgt aus 2 Richtungen: In der Verlängerung der Vorfahrt entlang der Ostseite des Auditoriums und über die neue Zufahrtsstraße mit dem Abzweig östlich des Vamos.

Alle Grünflächen innerhalb des Plangebietes werden gemäß Vorgaben aus dem B-Plan in der Regel als Magerrasen eingesät um den Lebensraum der Haubenlerche zu schützen. Das Erscheinungsbild des Magerrasens ist eher karg und krautreich im Gegensatz zum Landschaftsrasen, der nutzungsbedingt in der Versickerungsfläche eingesät wird. Darüber hinaus werden, gemäß der Forderungen des B-Planes, die zu fällenden Bäume entlang der Uelzener Straße durch Neupflanzungen im Bereich des Bar A und auf der Fläche zwischen Gebäude 16 und Uelzener Straße kompensiert.